Die Vorgeschichte

Nach langem überlegen ist es doch soweit. Wir starten tatsächlich einen eigenen Hausblog. Wieso? Ganz einfach! Nachdem wir eigentlich seit Mai 2016 mitten im „Bauen“ stecken ist sehr viel passiert. Allerdings haben wir bis heute noch nicht einmal einen Stein gesetzt. Man baut ja eigentlich im Leben nur einmal – daher möchten wir versuchen unsere Erlebnisse mit Euch zu teilen.

Da wir bereits April 2017 haben, muss ich versuchen an alle Punkte rückwirkend zu denken.

Weshalb bauen wir eigentlich? Wahrscheinlich aus dem Grund, wie viele andere. Wir haben einfach keine passende Immobilie gefunden.

Im Dezember 2015 hatten wir uns in der Nähe von Fulda ein Reihen Mittelhaus (Baujahr 2014) angeschaut. Das Haus war perfekt! Fussbodenheizung, Vorbereitung für einen Kamin – sogar ein kleiner Garten war vorhanden.

Nachdem man sich mehrfach getroffen hatte – sich auf einen Kaufpreis geeignet hatte und nur noch auf einen Notartermin gewartet hat. Kam plötzlich und unerwartet die Absage per E-Mail vom Verkäufer.

Ich hatte schon damals ein komisches Gefühl bei dem Verkäufer – wie es dem auch ist, hatten wir danach weiter gesucht – allerdings nichts gefunden.

Über eBay Kleinanzeigen, der lokalen Zeitung hatte ich Anzeigen laufen. Plötzlich meldete sich im April ein Verkäufer über eBay Kleinanzeigen. Dieser bat mir doch tatsächlich ein Grundstück in Gläserzell / Fulda an. Ein vor Ort Termin wurde ausgemacht um das Grundstück zu besichtigen. Das Grundstück musste noch geteilt werden. Er würde uns 400m2 abgeben.

Wie aus einem Zauberhut packte er dann plötzlich vorhandene Baupläne aus. Als wäre es nicht schon grund zum jubeln, hatte er dafür bereits eine Baugenehmigung.

Es stellte sich heraus, dass der Verkäufer auch Architekt ist. Das Haus gefiel uns – auch die Verkettung, dass Grundstück und Haus aus einer Hand zu beziehen. Das Thema, dass unser Architekt auch zukünftiger Nachbar wird, hatte ich als sehr positiv empfunden, da ich der Meinung war, dass sich dieser auch ordentlich für uns ins Zeug legt, um aus uns die glücklichsten Nachbaren der ganzen Welt zu machen.

Nach einigen misslungenen Versuchen den Preis für das Hanggrundstück zu drücken, haben wir uns dazu entschlossen das Grundstück zu kaufen. Die Kosten für die Teilung sollten wir übernehmen. Nach einigen, anstrengenden Gesprächen mit dem Verkäufer bzw. mit dem Architekten hatte ich es dann wenigstens geschafft die Kosten zu teilen. D.h. 50/50.

Vor dem Notartermin hatte ich dann eine E-Mail mit div. Regelungen bekommen. Diese waren im ersten Moment klug. Hier wurde schriftlich fixiert, wie was auf dem Grundstück passieren sollte. D.h. während des Bauvorhaben darf z.B. das Nachbargrundstück mit verwendet werden. Parallel musste ich einwilligen, nach dem Kauf ihn auch als Architekt zu beschäftigen.

Wie es dem auch ist, waren wir dann im Mai gemeinsam beim Notar und hatten das Grundstück unterzeichnet. Voller Tatendrang haben wir uns dann um die vorhandenen Baupläne gekümmert. Dabei ist dann leider aufgefallen, dass die Garage so geplant war, dass unser Auto (Kombi) gar nicht reinpasst. Das ganze musste dann langwierig umgeplant werden. Ergebnis war, ein über 4 Meter hoher Keller auf dem dann die Garage platziert werden soll. Das Thema schien zunächst gelöst. Während wir noch zahlreiche Änderungen am Grundriss vornehmen mussten, da eine befreundete Architektin sehr viele unschöne Fehler fand, mussten wir einen Tekturantrag stellen. Unsere Einfahrt wurde umgeplant und war grösser als erlaubt.

Parallel hatten wir endlich das Bodengutachten bestellt. Der Boden ist soweit okay – bis auf das wir gerade im Bereich der Garage (4m Keller) wohl auf Bodenklasse 7-8 stossen werden.

Nachdem wir dann die ersten Taler für den Architekten (Leistungsphase 1-4) gezahlt haben, die bereits vorliegende Baugenehmigung an den „Nachbarn“ zurückgezahlt haben, wurde mit der Ausschreibung begonnen. Von etwa 10 angeschriebenen Erdbauern kamen leider nur drei Angebote zurück – bei einem vor Ort Termin durch eine Erdbaufirma wurde dann sogar noch unserer Garage in Frage gestellt. Diese müsse wohl aufgrund von „Erdrutsch“ umgeplant werden.

Als wir dann die Ergebnisse der Rohbaufirma hatten, wurde schnell zur „Krisensitzung“ geladen. Im Rahmen des Termins wurde deutlich gemacht, dass wir bereits jetzt knapp 60.000 Euro über der Kostenschätzung sind. Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass in der Leistungsphase eigentlich eine Kostenberechnung gehört. Nach einigen unschönen Treffen mit dem Architekten, einem weiteren Geschäftspartner sowie der Ehefrau des Architekten/Nachbarn haben wir uns dazu entschlossen, das Projekt mit diesem Architekten zu beenden. Natürlich wollten wir auch unser Geld zurück – allerdings ohne Erfolg.

Nachfolgend stellte sich heraus, dass der Architekt und Nachbar das Grundstück mit seiner Wasserleitung verkaufte. D.h. die Wasserleitung für sein Haus verläuft einige Meter über das neu geteilte Grundstück. Als Angebot gab es dann die Vertragsaufhebung ohne weitere Kosten. Im Gegenzug soll nachträglich eine Grunddienstbarkeit für die Wasserleitung eingetragen. Erneut sind einige Treffen in der bereits angesprochenen, grösseren Gruppe erfolgt. Da wir ja auch zukünftig in Frieden Tür an Tür leben wollen, haben wir eine kleine, minimale und obligatorischen Entschädigung für die Grunddienstbarkeit angeboten bekommen. Das ganze sollte dann in Form eines Aufhebungsvertrag im Dezember vereinbart werden.

Parallel dazu haben wir dann endlich einen neuen Architekten gefunden, der bei uns in Fulda einen sehr guten und professionellen Ruf geniesst. Ein paar Termine später gab es dann direkt einen Hausentwurf, der uns vollständig überzeugt hat.

Im Grunde haben wir einiges an Geld schon jetzt ausgegeben und nicht wirklich was „brauchbares“ erhalten. Bisher sieht es jedoch so aus, als wäre alles für irgendetwas gut. Weitere Details zu unserem Bauvorhaben findet ihr in unserem Blog.